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Zukunft HR – digital oder fatal?

Ist es richtig, dass sich im Umfeld von Human Resources ein „Heer der Suchenden“ aufgemacht hat, einen gangbaren Weg zu finden, um die alte Welt des analogen HR Managements zu verlassen? Laut dem aktuellen CSC-Report sehen sich erst 21,8 % der deutschen Unternehmen digital aufgestellt, 31,4 % planen den Einstieg in eine digitalisierte Welt und 18 % wollen das Thema in den nächsten 12 Monaten angehen. 

Professor Dave Ulrich, Vordenker des HR Business Partner Modells, hat eine frohe Botschaft für HR im digitalen Zeitalter: „The creation of value!“. Provokant stellt er dazu die Frage: „Are we there yet?“.

Die Antwort lautet für die Mehrheit der HR Bereiche deutscher Unternehmen: „Nein!“, so Jörg Krauter, geschäftsführender Gesellschafter der SYNK GROUP und Direktor der SYNK Business School. Fehlende Orientierung darüber, was genau zu tun ist, um HR digital und damit „valuable“ zu machen, ist eine Ursache, die häufig in Gesprächen unter HR Profis genannt wird. Die Wichtigkeit ist wohl erkannt, aber die Dringlichkeit wird unterschätzt, so Krauter. Denn: „Es zeigt sich bereits heute, dass die Digitalisierung die Arbeitswelt kurzfristig und tiefgreifend verändert.“

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Jörg Krauter hat sich mit Dave Ulrich über die aktuelle Situation, die Perspektiven und die notwendigen Entwicklungen zum Thema Digital HR Transformation ausgetauscht. 

Krauter: Hinsichtlich der Ergebnisse verschiedener Umfragen, die 2015/2016 in Deutschland durchgeführt wurden, haben rund 50 % der befragten Unternehmen das „digitale Zeitalter“ in ihre Zukunftsstrategien integriert, weitere 30 % planen, dies in den nächsten 36 Monaten zu tun, und 20 % sehen keine Notwendigkeit diesbezüglich etwas zu unternehmen.

Angenommen, das Ergebnis wäre in Bezug auf die digitale Transformation im HR-Bereich gleich. Wären Sie mit diesen Ergebnissen zufrieden? 

Ulrich: Ähnliche Ergebnisse finden wir wohl in jedem Veränderungsprozess. Einige gehen als Innovatoren voraus. Diejenigen, die sich einer Sache erst spät annehmen, scheinen nie anzukommen. Und die mittlere Gruppe macht irgendwann Fortschritte und setzt schließlich Veränderungen durch. Der Innovationsprozess ist also sinnvoll. In Bezug auf den digitalen Aspekt von Innovation ist die digitale oder technische Innovation ein unabdingbarer Teil der heutigen, modernen Welt. Digitale Technologie erlaubt es, dass Informationen schneller weitergegeben werden können, was bessere Entscheidungen ermöglicht.

Bei der Digitalisierung geht es weniger um Technologien als vielmehr um Informationen, die erstmals gewonnen werden, und wie diese helfen, Werte für Unternehmen zu schaffen.

Krauter: In Ihrem Artikel „ARE WE THERE YET? What’s Next for HR?“ haben Sie eine Hauptbotschaft an HR formuliert: „die Schaffung von Werten“. Bitte berücksichtigen Sie diese vier Gesichtspunkte: Menschen (Führungskräfte, Mitläufer, Stakeholder), Ergebnisse, Prozesse und Kultur. Wie würden Sie diese Gesichtspunkte in Bezug auf „die Schaffung von Werten“ zur Empfehlung für HR-Experten angemessenerweise verbinden?

Ulrich: Der Wertbeitrag wird nicht vom Gebenden definiert, sondern vom Empfänger.

Wertbeitrag ist nicht das, was wir tun, sondern die Folge von dem, was wir tun.

In der HR konzentrieren wir uns oft auf die Aktivitäten und was wir tun und nicht genug auf die Ergebnisse von dem, was wir tun, und auf die Empfänger dieser Ergebnisse.

Wir haben die HR-Outcomes in drei Gruppen zusammengefasst: Talent (kompetentere und engagiertere Menschen), Leadership und Leistungsfähigkeit (die Fähigkeit, Kulturen oder Transformationen zu managen, Schaffung von Agility und Veränderungsbereitschaft, Teilen von Informationen sowie Erkenntnisse aus HR Analytics zu gewinnen, bessere Zusammenarbeit, Innovation und exzellenten Kundenservice).

Krauter: Sie vertreten die Ansicht, dass einer von vier Bereichen für Investitionen in HR „HR-Analytics und -Erfolgsmessung“ sein soll. Dazu müssten dann HR-Experten die Eignung, Fähigkeiten und Kompetenzen haben, diesen Bereich zu managen. Auf einer Skala von 1 bis 10 – und 10 bedeutet „hohe Punktzahl“ – wie hoch würden Sie durchschnittlich heutzutage die Fähigkeit von Human Ressource-Managern einschätzen, HR-Analytics und -Erfolgsmessung zu handhaben?

Ulrich: Seit 30 Jahren untersuchen wir HR-Kompetenzen. Wir sind dabei aber nicht nur an den speziellen HR Kompetenzen interessiert, sondern auch wie persönliche Kompetenzen die individuelle Effektivität und die Leistungsfähigkeit fürs Unternehmen beeinflussen.

Unsere Erklärung ist, dass HR-Analytics sich oft mehr auf Technologie konzentriert, als darauf Informationen dahingehend zu nutzen, bessere Entscheidungen treffen zu können. Es hat keine Auswirkung, nur die neueste digitale Technologie zu haben, es sei denn, die Technologie nutzt die relevanten Informationen bereitzustellen.

Wir stellen fest, dass HR-Abteilungen, die die relevanten Informationen generieren und nutzen, um damit einen Wertbeitrag zu leisten, auch mitunter den größten Effekt auf die Geschäftsergebnisse eines Unternehmens haben.

Dave Ulrich ist Professor an der Ross School of Business, University of Michigan und Partner der The RBL Group.

Bei der Digitalisierung geht es weniger um Technologien als vielmehr um Informationen, die erstmals gewonnen werden, und wie diese helfen, Werte für Unternehmen zu schaffen.

Icon_PerformancekleinIcon_PerformancekleinWertbeitrag ist nicht das, was wir tun, sondern die Folge von dem, was wir tun.

Wir stellen fest, dass HR-Abteilungen, die die relevanten Informationen generieren und nutzen, um damit einen Wertbeitrag zu leisten, auch mitunter den größten Effekt auf die Geschäftsergebnisse eines Unternehmens haben

 

Sie wollen die Digital HR Transformation in Ihrem Unternehmen vorantreiben und gestalten? Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage oder kontaktieren Sie Jörg Krauter direkt unter joerg.krauter@synk-group.com.


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Führung in der VUCA-Welt

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen, weltweite Vernetzung und Digitalisierung wirken zunehmend auf Unternehmen. Diese zünden immer häufiger den Veränderungs-Turbo. Die Führungsmannschaft gerät unter Druck.

Das Akronym VUCA bringt es auf den Punkt. VUCA steht für:

„Volatility“: volatile Märkte und Rahmenbedingungen.

„Uncertainty“: Ungewissheit im Alltag.

„Complexity“: Entscheidungsvielfalt und Komplexität.

„Ambiguity“: Zielkonflikte und Widersprüchlichkeit.

Stark schwankende, ungewisse, komplexe und vieldeutige Rahmenbedingungen stellen die Führungskräfte oft unerwartet vor große Herausforderungen. Das betrifft insbesondere erfahrene Führungskräfte, die auf bewährte Erfolgsmuster zurückgreifen möchten und dabei schnell merken: Das funktioniert nicht mehr.

Führung muss sich in einer VUCA-World weiterentwickeln. Sie befindet sich mitten in der Evolution. Und so radikal es klingen mag: aber Führung, die nicht mit VUCA umgehen kann, wird aussterben.

Wir haben 12 Leadership Prinzipien aufgestellt und konkrete Führungsaktivitäten abgeleitet. Diese sollen Leitplanken sein, die einerseits auf Bewährtes setzen und zudem neue Führungsaktivitäten beschreiben. Wir stellen Ihnen heute jeweils 1 Prinzip und eine damit verbundene Führungsaktivität für die VUCA-Welt vor.

Bildschirmfoto 2016-03-23 um 16.34.45Volatility – Schwankungsfreude

Prinzip der Handlungsspielräume. Lege Dich erst zum spätestens möglichen Zeitpunkt fest.

Deine konkrete Führungsaktivität: Hole Dir eine Einschätzung von mehreren Personen, bevor Du entscheidest.

Uncertainty – Ungewissheit

Prinzip der Unvorhersehbarkeit: Halte stets einen Plan B bereit, um auf Veränderung reagieren zu können.Bildschirmfoto 2016-03-23 um 16.35.20

Deine konkrete Führungsaktivität: Wie ist Dein Plan B? Denke ihn zu Ende.

Complexity – Komplexität

Prinzip der Umkehrbarkeit: Überprüfe Entscheidungen immer auf ihre Umkehrbarkeit

Deine konkrete Führungsaktivität: Durchdenke in Deiner Entscheidung stets ein mögliches Rückabwickeln.

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Ambiguity – Vieldeutigkeit

Prinzip der Rückkopplung: Agiere, teste und optimiere Deine Intervalle.

Deine konkrete Führungsaktivität: Gehe Schrittweise vor (die nächsten 30 Tage), reflektiere was Du erreicht hast, definiere dann den nächsten Schritt.

Meine grundsätzliche Empfehlung: Bleiben Sie hungrig, vertrauen Sie auf Ihre Erfahrung und probieren Sie Neues aus – so dehnen Sie Ihre Komfortzone sukzessive aus.VUCA_Vieldeutigkeit_Kippbild

Wie geht es Ihnen? Wie erleben Sie die VUCA-Welt? Und können diese Prinzipien und Führungsaktivitäten helfen?

Wenn Sie dieses Thema interessiert und Sie gerne die vollständigen 12 Prinzipien kennenlernen wollen, stehe ich gerne für einen Austausch zur Verfügung. Sie erreichen mich unter udo.krauss@synk-group.com

 


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Evolution HR – Personalmanagementkongress 2015 in Berlin

Was bringt die Zukunft? Wie wollen wir künftig zusammenarbeiten? Was sind die Herausforderungen für Führungskräfte?

Fragen, welche die SYNK GROUP beschäftigen und im Zentrum von Deutschlands größtem Treffen der HR-Branche stehen werden: dem diesjährigen Personalmanagementkongress am 18./19. Juni in Berlin

Die SYNK GROUP und die SYNK BUSINESS SCHOOL werden mit 2 zukunftsweisenden Vorträgen und einem Stand zum persönlichen Austausch über die neuesten Entwicklungen im HR-Bereich am Personalmanagementkongress in Ber­lin vertreten sein.Bildschirmfoto 2015-06-10 um 16.24.34

Bildschirmfoto 2015-06-10 um 16.24.13Am Donnerstag, 18. Juni 2015 wird der Bereichslei­ter Learning & Development der ERGO Versicherungsgruppe Klemens Steiner zusammen mit Frank Kübler, Geschäftsführer der SYNK GROUP über eines der größten, derzeit laufenden Führungskräfte-Entwicklungsprogramme in Europa berichten: den ERGO-Führungskräftetriathlon. Was waren die Herausforderungen und wie ist es gelungen, alle Führungskräfte einschließlich Unternehmensvorstand beim Thema „Führung“ mitzunehmen, fit zu machen und zu vernetzen. Was sind Instrumente dafür? Und warum überhaupt Triathlon?

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Digital HR Development ist das Thema des zweiten Vortrags „Evolution HR – wie digitale Qualifizierung gelingt.“ am Vormittag des 19. Juni 2015. Frank Kübler beleuchtet die Auswirkungen der Digitalisierung auf die HR-Entwicklung und zeigt Potenzi­ale auf, die heute schon gehoben werden können. Was macht eine vernetzte ganzheitliche Qualifizierung aus? Und was braucht die Führungskraft von morgen?

Der Kongress verspricht mit einer Vielzahl von Vorträgen und Case Studies zur Zukunft der HR-Entwicklung wieder ein spannendes Event zu werden. Wir freuen uns auf den Austausch.

Mehr über Digital HR Development erfahren Sie auf www.synlife.com. Das Programm des Personalmanagementkongress finden Sie hier.