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Agile Führung richtig umsetzen

Agile Arbeitswelt braucht agile Führung

Agile Arbeitsformen werden immer öfters als die beste Lösung auf die im Zusammenhang mit Industrie 4.0 einhergehenden Änderungen der Arbeitswelt beschrieben. Flexibilisierung, Digitalisierung und Vernetzung sind nur einige Begriffe, die die Arbeitswelt 4.0 beschreiben. Das „Agile Manifest“ aus der IT beschreibt dabei vier Leitlinien agilen Arbeitens:

  1. Menschen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen
  2. Funktionierende „Software“ steht über einer umfassenden Dokumentation
  3. Zusammenarbeit mit dem Kundesteht über der Vertragsverhandlung
  4. Reagieren auf Veränderung steht über dem Befolgen eines Plans

 

Diese Leitlinien können auch als Grundlage für agile Führung angesehen werden. Top-down Anweisungen und Hierarchiedenken haben in dieser neuen Führungskultur keinen Platz mehr.

Agile Führung richtig umsetzen

Die Einführung einer agilen Führungskultur braucht eine gute Vorbereitung, eine maßgeschneiderte Einführung und Zeit. Selten klappt agile Führung sofort. Oft ist mit Widerstand, Blockaden und Hindernisse zu rechnen. Führungskräfte und Mitarbeiter fühlen sich zu Beginn alleine schon mit dem Umgang der agilen Methoden überfordert. Fehlendes Commitment aus der „C-Suite“ verschärft dann manchmal noch die Lage. Folgende Punkte sollten Sie beachten, um agile Führung richtig umzusetzen:

Maßgeschneiderte Einführung
  • Sinnstiftung und Zielorientierung: Wofür „agil“?
  • Klarheit und Motivation aller Beteiligter – Why, How, What?
  • Chancen und Risiken deutlich machen
  • Professionelles Veränderungsmanagement
  • Rollen festlegen und Erwartungen klären: Wer macht was? (Product Owner, Scrum Master, u.a.
  • Qualifizierung aller Beteiligter zu agilen Methoden (z.B. SCRUM Ausbildung)
  • Verbesserungspotenziale erkennen: User Stories entwickeln
Unterstützende Strukturen und Regeln
  • Rahmenbedingungen für agiles Arbeiten schaffen (siehe 12 Herausforderungen)
  • Klare Regeln aufstellen
  • Klarheit über Product Backlog und Sprints
  • Vermeidung von Störungen
  • Fokus auf Ergebnisse
  • Ergebnisse transparent machen
Professionelle Selbstführung
  • Freiraum für das Team schaffen
  • Dem Team Vertrauen schenken und auf Selbstorganisation und Selbstverantwortung setzen
  • Disziplin
  • Durchhaltevermögen fördern
Offenheit, Vertrauen der Vorgesetzten
  • Vertrauen schenken
  • Offene Gesprächskultur entwickeln
  • Flexibilität und Offenheit für Veränderungen
Fokus auf Kunde
  • Kundenorientierte Ergebnisse
  • Kundennutzen in den Vordergrund stellen. „…das ausliefern, was der Kunde wirklich braucht…“
  • Geschwindigkeit und Struktur dynamisch halten (on demand, just in time)
Coaching und geteilte Führung
  • Coaching statt „Chef-ing“ – Hilfe zur Selbstorganisation und Selbstverantwortung fördern
  • „Anleiten, es selbst zu machen.“
  • Im „Lead“ ist, der oder die, der im Moment die beste Kompetenz dazu hat
  • Stärken und Talente nutzen
Nutzung von smarten Technologien
  • Assistenzsysteme nutzen, um ad hoc agieren zu können
  • Lernen ermöglichen, genau dann wann es benötigt wird
  • Reflexion reduziert ungewollte Überforderung – gesund bleiben

Agile Führung muss gelernt werden

Führungskräfte sollten unfassend in agiler Führung trainiert und qualifiziert werden. Dabei ist das eine Kombination aus Präsenztraining, kollegialer Beratung und digitaler Führungskräfteentwicklung empfehlenswert. Zum Beispiel können Führungskräfte die agilen Führungsinstrumente „on the job“ lernen, ausprobieren und reflektieren. Hierzu kann die Leada-App der Leada AG unterstützen.

Lernimpulse und Tipps zum agilen Führen erhält die Führungskraft dabei über das Smartphone direkt am Arbeitsplatz. Die Führungskraft kann dabei selbst auswählen, welche Lernimpulse sie umsetzen möchte. Nach der Umsetzung bewertet die Führungskraft für sich den eigenen Lernerfolg und reflektiert über die neue Erfahrung. Die Abbildung zeigt beispielhaft einen Lernimpuls der Leada-App.

Lernimpuls für effektive Führung in der Leada App

Dr. Jörg Krauter

Autor Dr. Jörg Krauter

Anpassungsfähigkeit beginnt mit dem „raus“ aus der eigenen Komfortzone

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